Mit brennender Sorge - Pius XII. Vatikan Holocaust NS-Zeit Verschiedenes

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Mit brennender Sorge

1933-45
 Die Ezyklika "Mit brenndender Sorge" 
An Palmsonntag, den 21. März 1937, 

haben tausende von Priestern in den katholischen Pfarreien Deutschlands auf den Kanzeln ein päpstliches Weltrundschreiben zur NS-Ideologie verlesen.
Gemeinhin wird dieses Rundschreiben im Range einer Enzyklika als ein mächtiges Widerstandswort aus Rom gegen den Nationalsozialismus angesehen.

Beispielhaft sind die eigenen Bemerkungen Pius XII. kurz nach dem Ende des Krieges. In einer Grundsatzrede (2.6.45) vor seinen Kardinälen verteidigte er die diplomatische Linie des Vatikans gegen NS-Deutschland seit 1933. Dabei kam er auch auf die Enzyklika Mit brennender Sorge von 1937 zu sprechen. Er selbst hatte den Text wesentlich verfasst.

Diese Enzyklika sei Zeuge dafür, dass die Kirche tapfer gegen das NS-Regime gekämpft habe, vor aller Welt dessen verwerfliche Lehre entlarvt und die menschenverachtende Praxis gegeißelt habe.
Ausdrücklich erinnerte Pius seine Kardinäle an die Passage, wo der NS-Staat angeklagt wurde, dass er die „menschlichen Freiheit und Würde“ unterdrücke und einen „Kult der Gewalt“ ausübe. Schon im Frühjahr 1937 hätte jeder rund um den Erdball nachlesen können, was der Nationalsozialismus wirklich gewesen sei: nämlich der Feind alles Menschlichen und der Feind des Christentums.
 
Dazu eine Klarstellung.

Die Enzyklika "Mit brennender Sorge"
Ein Machtwort aus Rom?
 
Veröffentlichungen im Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg
Zweite akt. u. erw. Auflage, Frb. i.Br. 08/2015
 
von Klaus Kühlwein
 
Dem Vatikan war ein diplomatisches Kunststück gelungen. In der Woche vor dem Palmsonntag 1937 waren überall in Deutschland Druckmaschinen gelaufen, die hoch brisantes Material zu Papier brachten: ein päpstliches Weltrundschreiben, das sich nur mit dem Nationalsozialismus und der Regierungspolitik Berlins beschäftigte.
Nichts darüber war durchgesickert. Kein Spitzel in Rom, kein Spitzel in Deutschland, keine angeworbenen Kirchenleute, keine Drucker, keine Kuriere, nichts und niemand hatte Berlin oder irgendein Gestapostelle gewarnt. Der Coup war ebenso überraschend wie durchschlagend. 

Erst Stunden vor der öffentlichen Verlesung der Enzyklika alarmier­te Vize-Gestapochef R. Heydrich Propagandaminister Goebbels höchstpersönlich.1 Eine römische Erklärung solle morgen früh in den Kirchen verlesen werden, ließ Heydrich verlauten. Mehr wusste zu diesem Zeitpunkt auch der schon beinah allmächtige Gestapochef nicht. Wenige Stunden zuvor hatten einige Gestapobüros Kenntnis über die Enzyklika erhalten. Zur genaueren Prüfung des Vorgangs war jedoch keine Zeit mehr. Es reichte aus für alle Alarmglocken. Man konnte nur hoffen, dass das Papstschreiben mäßig im Ton bliebe und keine Unruhe im Volk provozieren würde.

Noch in der Nacht wurden alle Dienststellen der Geheimpolizei und des SD eilig angewiesen, am Morgen flächendeckend die Gottesdienste zu überwachen und insbesondere jedes Exemplar der Verlautbarung außerhalb der Kirchenmauern sofort zu konfiszieren.

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